Plattenkritik

Two Gallants - The Scenery Of Farewell

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Release Date: 01.06.2007
Datum Review: 13.05.2007

Two Gallants - The Scenery Of Farewell

 

Es gibt Bands, Künstler, die so sehr verankert sind in ihren eigens erschaffenen Welten, dass es völlig erstaunlich ist, dass sie überhaupt mal rauskommen, aus ihren strahlenden Elfenbeintürmen. Und wenn sie es dann doch tun, so verwundern sie das Publikum mit einer derart überzeugenden Darbietung, dass man sich fragt, ob man noch immer im Hier und Heute ist, oder schon völlig im Sog des intimen Paralleluniversums eingefangen wurde.

THE DECEMBERISTS mit ihren Seemanns-Shantys sind so ein Fall, und eben auch die Joyce-Fans TWO GALLANTS. Die Mittzwanziger Adam Stephens und Tyson Vogel kommen zwar aus dem sonnigen San Francisco, klingen in ihren Songs aber wie die betrunkenen, gebrochenen Protagonisten eines Joyce, oder zumindest wie die besten Freunde eines Shane MacGowan. Mit „What The Toll Tells“ gelang auch der internationale Durchbruch und aufgrund des angesammelten Materials gibt es mit „The Scenery of Farewell“ eine komplett akustische Mischung aus Mini-Album und EP. 5 Songs, die gänzlich auf die aggressiven Elemente und die makaberen Mordgeschichten eines „Las Cruces Jail“ verzichten und stattdessen den Schmerz, die Einsamkeit, das Verlassenwerden mit traditioneller Instrumentierung (Pub-Geigen, Piano und eine Mundharmonika powered by Whisky) zelebrieren. Während der Großteil der Songs mit ruhigen Songs auf hohem Folk Niveau dahinschwebt, sticht leider „Linger On“ etwas negativ heraus. Trotz einer eigentlich schon fast altbackenen „It’s not you, it’s me“ Trennungskiste, wird sich einer opulenten Instrumentierung bedient, die so gar nicht zum lo-fi Folk der TWO GALLANTS passen will.

Trotzdem eine schöne Sammlung ruhiger Akustikstücke, die sich nahtlos in den Backkatalog der TWO GALLANTS einreiht. Und mit Trennungspathos ist das sowieso so eine Sache: rückblickend peinlich, scheint im Moment selbst nur die größte Geste gut genug. Das „echte“ Album erscheint im Herbst. Dann wieder mit mehr WHITE STRIPES Rumpelrock und Mordgeschichten.

Tracks:
1. Seems Like Home To Me
2. Lady
3. No Joe
4. All Your Faithless Loyalties
5. Linger On

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Dennis

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