Plattenkritik

Vinnie Caruana - City By The Sea

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 05.02.2013
Datum Review: 05.02.2013

Vinnie Caruana - City By The Sea

 

Bester Freund zum Welt bewegen gesucht: Siebzehn Minuten und sechs Akte, die ein Liverpool-Fan von der US-Ostküste dazu nutzt, so manches Leben mit einfachen Mitteln an einer endlosen Wäscheleine aufzuhängen. Und nebenher ein weiteres Mal seinen bewährten musikalischen Feinschliff präsentiert, ohne vor Aufregung in Weichspüler zu ertrinken.

Gestatten, VINNIE CARUANA. Long Island, New York. Er hat schon viele gehabt. Heute aber spricht er ehrlich und ohne keuchende Gesellschaft im Rücken zu uns. Für den I AM THE AVALANCHE- / THE MOVIELIFE-Sänger ist die Akustikgitarre kein Neuland mehr – auf seiner ersten Solo-EP hält sie allerdings hauptsächlich als verlässliches Rückgrat her. „Talking Myself Down Gets So Hard / All I Know Is I Don´t Wanna Die In My Car“ offenbart Caruanas vertraute Stimme im Opener „Somehow The World Keeps The Turning“ - dazu fiedelt und klimpert es behaglich, bevor das Finale lüften will: „The War Inside My Head Keeps Raging / And Somehow The World Keeps Turning“. Keine Sorge, Vinnie: Wir sind viele - und wir hören zu.
Die Ausläufe des Hurricane Sandy hätten ihn zum Inhaltlichen von „City By The Sea“ bewegt erklärt Caruana, den es vor drei Jahren ans Meer zog. Mit seiner Stimme trägt er nun über EP-Länge Lasten und Leitfäden: „Boy, You´re In Heaven“ stampft, puckert und könnte als verlorengegangener Hidden Track von „Avalanche United“ durchgehen – so zögerlich und trotzdem pulsierend er mit vorsichtigen Chören zum Einstimmen anregt. Und auch der Titeltrack wiegt sich mit sanften Streichern und hintergründiger Percussion nicht in Aufruhr oder Offensive, während er die B-Seite geradeheraus eröffnet.

„City By The Sea“ klingt vor allem aber eines nicht: Überladen. „To Be Dead And In Love“ lässt der Karohemdenjunkie an so spärlicher Instrumentierung baumeln, dass auch der nachdenklichste der sechs Tracks natürlich und keinesfalls wie dreifach überlackiert klingt. Begeistern kann VINNIE CARUANA mit seinem ungekünstelten Handwerk also auch abseits von Stagedive- und Verzerrerszenarien.
Bei Poltern und Schmachten reicht die Zielgruppe entsprechend von Stadtfest bis Spillunke – wählen muss der treuherzige CARUANA dann schon selbst. „Echtes“ Leben - so weiß der 33-jährige schon lange - gibt es überall.


Trackliste:

1. Somehow The World Keeps Turning
2. Boy, You're In Heaven
3. To Be Dead And In Love
4. City By The Sea
5. If I'm A Battleship, Then You're The Norther Lights (Thank You)
6. Kingwood

Alte Kommentare

von Torben 06.02.2013 11:07

schönes review, finde die ep aber sogar noch ein stück besser!

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media