Plattenkritik

Virgin Steele - The Black Light Bacchanalia

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Release Date: 22.10.2010
Datum Review: 25.10.2010

Virgin Steele - The Black Light Bacchanalia

 

Wer bei dem Namen VIRGIN STEELE so wie ich erstmal an eine IRON MAIDEN Ripoff-Band glaubt, der ist ganz schön falsch gewickelt. Und das in schwarzem Drachen-Leder! Der jüngfräuliche Stahl und die eiserne Jungfer haben nämlich die meisten Gemeinsamkeiten nur im Namen. Ansonsten gilt VIRGIN STEELE als DER große Konkurrent von MANOWAR und arbeitet schon seit 30 Jahren am großen Durchbruch. Mit dem zwölften Studioalbum "The Black Light Bacchanalia" sollen nun einige Nackenbrecher ins Volk gestreut werden und alter Schwede, brettert das Ding von Anfang an gut los.

Die Platte startet mit einen Gepardenartigen "RAWR!" wie es truer nicht sein kann und legt direkt mit "LOOK OUT!" nach. Ich kann mir ein bisschen lachen nicht verkneifen, da mir schon die ersten 10 Sekunden entschieden zu true klingen. Hoffentlich sieht mich die Trueness-Polizei hier nicht mit meinen Hoodie und dem Kurzhaarschnitt auf meinem Sessel sitzen! Ein erster Blick auf die Playlist verspricht Böses: Der gerade gehörte Track hört auf den klangvollen Namen "By The Hammer Of Zeus (And The Wrecking Ball Of Thor)". Dann aber die große Überraschung: VIRGIN STEELE fahren plötzlich einen ganz eigenen Stil und heben sich wirklich von dem etwas ausgelutschten Power Metal Genre ab. Nach gut 90 Sekunden des ersten tracks wechselt der Gesang zu einem seltsam hypnotischen Sing-Sang, fast schon ein bisschen geflüstert und richtig gut. Für mich ein absoluter Segen, denn das was mich davon abhält öfter mal in Power-Metal-Alben reinzuhören ist dieser genretypische Power-Gesang.

Wie man zu dieser Art von Gesang steht ist natürlich absolute Geschmackssache, aber der hier vorliegende Stil aus geflüsterten einlullenden Versen und dann Power-Chorus geht bei mir unheimlich gut rein. Hinzu kommt, dass die Jungs ihre Instrumente absolut perfekt beherrschen und dieses auch auf epischer Tracklänge zelebrieren. Zusätzlich wird das Ganze dann noch ab und an mit Orchester- und Klavier-Einlagen gewürzt. Vier Tracks mit über 8 Minuten Länge und nur zwei Songs die knapp 3 Minuten lang sind sprechen eine deutliche Sprache: Hier liegen epische Songstrukturen vor.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wem andere Power-Metal-Bands etwas zu true sind und MANOWAR zu plakativ mit dem Fantasy-Ansatz umgehen, der ist bei VIRGIN STEELE genau richtig! Ich war jedenfalls etwas überrascht, dass es noch aktuelle Power-Metal-Alben gibt, die es schaffen über 76 Minuten auf ganzer Linie zu überzeugen!

Tracklist:
1. By The Hammer Of Zeus (And The Wrecking Ball Of Thor) - 8:05
2. Pagan Heart - 6:19
3. The Bread Of Wickedness - 3:12
4. In A Dream Of Fire - 5:56
5. Nepenthe (I Live Tomorrow) - 5:20
6. The Orpheus Taboo - 7:43
7. To Crown Them With Halos Part 1 + 2 - 11:16
8. The Black Light Bacchanalia (The Age That Is To Come) - 7:19
9. The Torture's Of The Damned - 2:59
10. Necropolis (He Answers Them With Death) - 9:08
11. Eternal Regret - 9:01

Alte Kommentare

von ThoeCarrioer 27.10.2010 13:03

Großartige Band, die sich immer wieder durch songschreiberische Klasse vom Wulst aus gleichklingenden Powermetallbands abhebt...bin gespannt.

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Georg

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