Plattenkritik

WAGE WAR - Deadweight

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Info

Release Date: 04.08.2017
Datum Review: 03.08.2017
Format: CD Digital

Tracklist

 

1. Two Years
2. Southbound
3. Don't Let Me Fade Away
4. Stitch
5. Witness
6. Deadweight
7. Gravity
8. Never Enough
9. Indestructible
10. Disdain
11. My Grave Is Mine To Dig
12. Johnny Cash

Band Mitglieder

 

Briton Bond - unclean vocals, clean vocals
Seth Blake - lead guitar, backing vocals
Cody Quistad - rhythm guitar, clean vocals
Chris Gaylord - bass guitar, backing vocals
Stephen Kluesener - drums, percussion

WAGE WAR - Deadweight

 

Metalcore-Freunde aufgepasst! WAGE WAR aus Florida stellen euch dieser Tage mit ihrem Zweitling "Deadweight" einen vollgepackten Geschenkkorb vor die Tür, der eigentlich alles bietet, was das Herz des Genre-Fans begehrt. Die üblichen Dreingaben sind enthalten; breit groovende Riffs, verspielte Leads und saftige Breakdowns dominieren das musikalische Treiben, während sich Fronter Briton Bond und Gitarrist Cody Quistad mit kernigen Shout und melodischem Klargesang die Klinke in die Hand geben. Fett in Szene gesetzt wird das Ganze u.a. durch Jeremy McKinnon von A DAY TO REMEMBER, der väterlich die Hand über das Schaffen der jungen Wilden hält.

 

Im Wesentlichen gibt es also die klassische Metalcore-Rezeptur aus Peitsche und Zuckerbrot zu hören, was zwar in etwa so exotisch wie Spaghetti Bolognese ist, aber trotzdem den ein oder anderen hitverdächtigen Ohrwurm produziert. Beispielhaft für besagte Melange aus hart und zart wäre z.B. das souverän umgesetzte "Don't Let Me Fade Away" mit seinem unverschämt eingängigen Chorus, auch "Indestructible" schlägt in eine ähnliche Kerbe.

 

Dazu sind WAGE WAR hörbar um Abwechslung bemüht und strecken die Fühler daher möglichst weit in sämtliche Ecken des Genres und die angrenzenden Bereiche aus. Eine Prise djentige Dissonanz hier ("Witness"), ein Hauch New-Metal-Groove à la KORN dort ("Stitch"), dazu noch ein wenig treibendes Geknüppel der Marke SLIPKNOT ("Disdain"), einmal kräftig umgerührt und schon kann angerichtet werden. Im Zentrum der ganzen Chose brodelt der Titeltrack gefährlich groovend vor sich hin, kocht gelegentlich zischend über und bildet gewissermaßen das Herzstück der Scheibe.

 

Stärke und Schwäche zugleich ist definitiv der Klargesang von Cody Quistad; dieser wird zwar wie gesagt effektiv eingesetzt, kommt für sich genommen aber manchmal etwas schwachbrüstig daher und kann rein qualitativ keine Akzente setzen, weshalb er stellenweise auch etwas nerven kann. Dazu kommt die Problematik mit der Eigenständigkeit. Ja, die Band bemüht sich um Vielseitigkeit und punktet mit durchaus ordentlichem Songwriting, allerdings bietet sie auch nichts, was man nicht so oder so ähnlich schonmal gehört hat. Mir persönlich würde es mit etwas Abstand zum Album schlichtweg schwerfallen, WAGE WAR eindeutig aus einer größeren Auswahl von Metalcore-Bands herauszuhören.

 

So ist "Deadweight" ein solides und kurzweiliges Album geworden, welches besonders Genre-Fans wärmstens zu empfehlen ist. Für die erste Liga reicht es aber noch nicht ganz, denn dass auch urtypischer Metalcore markant und mit hohem Wiedererkennungswert inszeniert werden kann, haben die Kollegen von BURY TOMORROW und MISS MAY I in der jüngeren Vergangenheit doch eine Ecke besser demonstriert.

 

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Hans

Autoren Bio

Meine großen Leidenschaften: Literatur und laute Musik. Plattenkritiken liegen nahe.

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