Plattenkritik

WARS - We Are Islands, After All

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Info

Release Date: 27.01.2017
Datum Review: 20.01.2017
Format: CD Digital

Tracklist

 

1. The Art Of Not Knowing
2. Snows And Skies
3. That By Discord Things Increase
4. Still Waters Run Deep
5. Sciamachy Scenes
6. Soul-Sick
7. Hills And Boulders
8. Salt Flat Sailing
9. Hailing Distance
10. Charcoal Days

Band Mitglieder

 

Rob Vicars: vocals
Sam Barnard: guitar & vocals
Lee Tysall: drums
Matt Burns: guitar
Rich Bennett: bass

WARS - We Are Islands, After All

 

Freunde von Post-Hardcore und Metalcore können sich schon früh im neuen Jahr über "We Are Islands, After All" von WARS aus dem britischen Rugby freuen. Ganz so brutal wie bei der nach dem Städtchen benannten Sportart geht es auf dem Debüt der jungen Band allerdings nicht zu, stilistisch bewegen sich WARS irgendwo in der Schnittmenge aus WHILE SHE SLEEPS und ARCHITECTS. An Letztere erinnern besonders die Screams von Fronter Rob Vicars; instrumental bemüht man sich ein möglichst weites Spektrum der stilistischen Auswüchse des Genres zu beackern und stets für Abwechslung zu sorgen.

 

So eröffnet "The Art Of Knowing" die Scheibe straight rockend und stachelt den Bewegungsdrang an, während das folgende "Snows And Skies" fast lässig beginnt, danach aber in eine Mischung aus Aggressivität und Verspieltheit übergeht. "That By Discord Things Increase" ist ein fetter Metalcore-Stampfer mit zaghaftem Einsatz von Polyrhythmik und "Hills And Boulders" treibt die wilde Hardcore-Sau durch Dorf. Auch wenn das ein oder andere Déjà-vu-Erlebnis nicht ausbleibt, manchmal glaubt man vereinzelte Riffs und Breakdowns so ähnlich schonmal woanders gehört zu haben, insgesamt unterhalten WARS bestens und beweisen zudem ein Händchen für gekonntes Songwriting. Die Stücke besitzen eine gut ausgewogene Balance zwischen Härte und Melodie und manche Nummer setzt sich durch den Wechsel aus Screams von Rob Vicars und Klargesang von Gitarrist Sam Barnard schnell im Gehörgang fest. Außerdem beweist die Band technisches Können, z.B. eben durch den dezenten Einsatz von Polyrhythmik, allerdings ohne dabei anzugeben und die Grenzen der Songdienlichkeit zu sprengen. Das einzige deutliche Manko des Albums ist leider der etwas zu dünne und mitunter regelrecht kraftlose Klargesang von Sam Barnard; stilistisch passt dessen Einsatz zwar gut ins Gesamtbild und ist daher absolut nachvollziehbar, an der Umsetzung hapert es jedoch. Nicht genug um zu stören, aber genug um als schwächstes Element aufzufallen. Dass es anders und deutlich besser geht beweist der Gastbeitrag von Colin Doran (von HUNDRED REASONS), der das Ende von "That By Discord Things Increase" mit seiner warmen, an Tim McIlrath erinnernden Stimme veredelt. Das Thema Klargesang sollte die Band bis zum nächsten Album jedenfalls nochmal überdenken und überarbeiten.

 

Insgesamt ist "We Are Islands, After All" ein gelungenes und für die Zukunft vielversprechendes Debüt geworden, auch wenn in den Bereichen Klargesang und Eigenständigkeit noch Luft nach oben ist. Solche Details kann man bis zum nächsten Album aber sicherlich gut ausbügeln und so können WARS zu Recht stolz auf ihr Gesellenstück sein.

 

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Hans

Autoren Bio

Meine großen Leidenschaften: Literatur und laute Musik. Plattenkritiken liegen nahe.

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