Plattenkritik

Whatever - What Do You Expect

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Release Date: 10.01.2014
Datum Review: 26.02.2014

Whatever - What Do You Expect

 

Wer JUGHEAD'S REVENGE, die frühen NO USE FOR A NAME und PENNYWISE zu den Evergreens der heimischen Playlist zählt, sollte sich den Namen WHATEVER mit kräftig roter Farbe hinter die Lauschlappen taggen. Denn für guten und flott gespielten Skatepunk aus einer manchmal, scheinbar längst vergangenen Ära müssen wir künftig nicht mehr über den großen Teich blicken. Es reicht ein Zwischenstopp in der Domstadt.

Mit „What Do You Expect“ veröffentlichte der Vierer im Januar den ersten Longplayer in Eigenregie. Direkt an dieser Stelle ein ernstgemeinter Aufruf an die üblich verdächtigen Labels – tut das Not? Muss sich eine Band, die erstens über das Potential verfügt und zweitens keinesfalls internationale Vergleiche scheuen braucht wirklich bis zum totalen Frust schön DIY den Arsch abspielen bis sie von labeltreibenden geistigen Vegetariern mal wenigstens ein halbwegs faires Bandübernahmeangebot bekommt? Schon klar, die Jungs spielen keinen ultrabösen Metalcore und sind auch leider dem neuen trendy Melodic-HC nicht zuzuordnen. Sie spielen lediglich den in die Jahre gekommenen Skatepunk, aber auch damit lässt sich bei einigermaßen geschickter Vermarktung sicherlich der ein oder andere Euro umsetzen. Aber gut, lassen wir das, ich versteh das ja schon, der Style passt nicht so ganz zum in der Szene mittlerweile breitgetretenen Usus in Sachen 08/15 Marketing. Schade...

Denn WHATEVER wissen was sie machen. Und was sie machen weiß zu gefallen. Kein einziger der zwölf Songs fällt in Sachen Qualität ab oder verführt zu müdem Gähnen. Sicher, den Preis für das innovativste und ausgefallenste, weil noch nie dagewesene Songwriting werden sich die Vier kaum einverleiben können, dafür offenbart so mancher Song eben doch zu sehr die großen Vorbilder, die hierfür Pate standen. So erinnert „Need a Break“ doch sehr an JUGHEAD'S REVENGE's „49/61“ oder das abschliessende „I Don't Know“ an „Time Marches On“ von Pennywise.

Doch mal Hand auf's Herz – wer sich heutzutage eine Skatepunk-CD in den Player schiebt, will kurzweiligen Spaß und Unterhaltung, will sein Rollbrett aus der Zimmerecke hervorkramen und einfach mal einen Nachmittag lang seinen Handydaumen entlasten und lieber den verstauchten Knöcheln und geschredderten Skateboards frönen -mit einer gepflegten Büchse Bölk im Eastpak.

Und genau hierfür liefern WHATEVER, die es bereits seit 2009 gibt, einen gelungenen Soundtrack. Wer Beweise braucht, dem seien die Songs „Welcome To The Maze“, „Hey!“ oder auch „There Was That Time“ empfohlen. Bleibt also nur zu hoffen, dass sich demnächst doch noch einer der Mentalzwerge unter den Labelbossen erbarmt und den Jungs eine Chance gibt. Verdient haben sie es allemal.

Tracklist:
1.Wake Up
2.Welcome To The Maze
3.Little Friend
4.Hey!
5.Breakdown
6.There Was That Time
7.No Promised Land
8.Backward
9.One Day
10.Need A Break
11.What Do You Expect
12.I Don't Know

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Markus L.

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Wenn mich interessieren würde, was andere über mich denken, könnte man sicherlich mit mir über meine Einstellung und den ganzen Bla diskutieren. Tut es aber nicht, ergo kann man es sich auch ersparen. Beratungsresistent eben!

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