Plattenkritik

Withered - Memento Mori

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 17.09.2005

Withered - Memento Mori

 

Wenn es um Metal geht, ob nun mit oder ohne Hardcore-Kante, hat Lifeforce ja bekanntlich nicht die schlechtesten Bands im Kader. Und nachdem dieses Jahr schon einige interessante Releases von eben diesem Label auf dem nun auch amerikanischen Markt kamen, war ich doch sehr auf den neuen Schützling WITHERED gespannt.

Die noch relativ frische Band fand sich 2003 zusammen um „Black-Metal mit dramatischen Gitarrenmelodien in Verbindung mit ihren Punk/Grind-Wurzeln“ auf einen Tonträger zu bannen. Punk/Grind-Wurzeln heißt hierbei im speziellen, dass die Gründer von WITHERED auch die, mir leider vollkommen unbekannte, aus Atlanta stammende Band SOCIAL INFESTATION gegründet haben, welche sich dem „Crusty Grindcore“ verschrieben haben. Und nach einer 5 Track EP anno 2004 ist nun Zeit für den ersten Longplayer.

Doch genug der Theorie wenden wir uns den Debüt mit dem Titel „Memento Mori“ zu. Und da heißt es schon nach wenigen Sekunden „volles Brett“ und zwar in einem Maße, dass es den Hörer bald überfordert. Passenderweise nennt sich der Track „It´s all said“ und eben dieses Gefühl stellt sich ein, schon bevor der Sänger neben seiner Gitarre nach anderthalb Minuten auch noch das Mikrofon malträtiert. Zur gleichen Zeit bricht das Grindgewand ein und für ein paar Sekunden wird „doomig“ ein wenig Luft zum Atmen gewährt. Doch wie man sich das bestimmt schon hat denken können für nicht sehr lange.

Ich möchte nicht die Wadenmuskeln des Schlagzeugers sehen, denn in diesen 36 Minuten sind nur sehr wenige Stellen, an denen man nicht das Gefühl hat, die Double-Bass wird durchgängig auf höchsten Tempo bearbeitet. Hatte ich anfangs Probleme damit, den Klang von WITHERED passend zu beschreiben, konnte ich mich nach ein paar Hördurchgängen mit der zutreffenden Beschreibung der Band mehr als anfreunden: 90er Death-Metal, Black-Metal mit Crust/Grind-Anleihen, wie sie zur Zeit auch z.B. MISTRESS zelebrieren. Welche hier auch als passender Vergleich herhalten könnten.

Die 36 Minuten Spielzeit erwähnte ich ja bereits, doch das diese auf gerademal 7 Songs verteilt sind nicht. Dabei schwanken die Songlängen zwischen 2 und fast 9 Minuten. Von diesen 9 Minuten-Brechern finden sich gleich 2 Stück auf „Memento Mori“, die somit zusammen die Hälfte der Spielzeit für sich verbuchen können. Klar, dass bei solchen Minutenzahlen schnell mal passenderweise die Beschreibung „Episch“ rausgekramt wird. Was zuerst bei eben diesen Titeln auffällt ist, dass der sehr tiefe, gegrunzt Gesang der Frontmänner Chris und Mike sich häufigermal zurückhalten und die Instrumente die „Arbeit“ machen lassen.

Zwar beweisen WITHERED Potential mit so erdrückenden Werken wie „Like Locuts“ und dürften sie so ziemlich auf der Suche nach „Black-Metal mit dramatischen Gitarrenmelodien...“ hiermit den Nagel auf den Kopf getroffen haben. „Memento Mori“ ist schon ein Biest von einem Album. Doch wirklich neu ist das bekanntlich nicht. Es ist bestimmt ein Highlight in seinem Genre, doch ob es Menschen darüber hinaus begeistern wird vermag ich zu bezweifeln.

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Christian

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