Plattenkritik

Your Favorite Trainwreck - Your Favorite Trainwreck

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Release Date: 12.06.2012
Datum Review: 03.06.2012

Your Favorite Trainwreck - Your Favorite Trainwreck

 

Man verbinde verschiedenste, einflussreiche Musiker und schaut einfach, was daraus so feines entstehen kann. Bei YOUR FAVORITE TRAINWRECK ist genau dies der Fall. Aus Mitgliedern von Gameface, Farside und Immigrants & Navigators formte sich die Band, welche nach einer EP nun ihr selftitled Debutalbum am Start hat. Dabei versprühen sie auf dem knapp 40 minütigem Silberling einiges an Charme und Freude, ohne sich den üblichen Songwriting Klischees zu bedienen.

Die Songs folgen nicht immer einer gängigen Struktur und auch die Stimmungen kennen mehr Facetten, als im schwarz-weiß Schema traurige Balladen oder rebellische Rocknummern aneinander zu reihen. Es beginnt alles mit dem starken “Let’s Get Wrecked“. Sehr schnell befindet sich der Song auf Temperatur und bietet mit seinem dreckigen Sound eine wahre Wonne für jeden Alternative Liebhaber. Keine Repitition, keine Langeweile und nach 2:11 Minuten geht’s über die Ziellinie. Ein geradliniger Einstieg der Lust auf noch viel mehr macht. Der Grundton wird im Anschluss sonniger, sommerlicher und weiß gerade dadurch umso mehr zu begeistern. “Bounce Back“ springt mit flottem 1-2-3 zu Beginn der Sonne mit seiner fröhlichen Attitüde förmlich entgegen. Ähnliches erwartet im Folgenden “Late Expectations“. Das ruhigere, melodische Intro bekommt ziemlich bald durch die hier vorerst dunkle Stimme eindrucksvolle Facetten an die Seite gestellt. Die Sommerstimmung wird im Midtempo geliefert, inklusive ein wenig Clapping. Gegen Ende geht dem unkonventionellem Songgefüge aber ein wenig die Luft aus. Neben dem als Radiohit tauglichem “The Brilliance“ überzeugt das muntere, halbakustische “Broken Pieces“ ebenfalls wieder durch starke Stimmen und herzwärmende Atmosphäre. Textlich geht es zwar über weite Strecken weitaus weniger fröhlich zu, als es die Musik den Anschein macht, jedoch bleibt dies als ein Trademark dieses zart röhrenden Alternative Rocks authentisch. Neben den gitarrenlastigeren und vorangehenden “The Reason Why You Sang“ und “Roll Out The Barrel“, welches als Closer nochmal in feiner Kürze größte Feierlaune verbreitet, fallen das jazzige “Forget How To Live“ sowie der starke Countryeinschlag in “Left Alone“ auf. Gerade letzteres kommt mehr als lässig daher und setzt abwechselnde Impulse.

Gelegentlich dümpeln die Songs ein wenig dahin. Meist wendet sich dies noch durch einen starken Part, welcher unerwartet die Aufmerksamkeit zurückgewinnt. Die Dynamik der Platte ist durch fehlende, und viel zu häufig gängige, laut-leise Spielereien unausgewogen, was beim Stammhörer glattgebügelter Produktionen ein wenig monoton wirken kann. Über Albumlänge wird dennoch gute Unterhaltung geboten, die zwar manchmal ein wenig belangloser endet, dafür aber in Gänze wirklich Freude bereitet. Lediglich die Bassdrum gefährdet manche ruhigeren Momente durch ihre übermäßige Attacke im Mix. Das fällt aber nur marginal ins Gewicht und wird durch die songliche Qualität wunderbar Wett gemacht. Stimmlich durch Einsatz zweier Organe stark, abwechslungsreich instrumentiert, Sommer, Sonne mit dem Leid im Herzen.

Tracklist:

1. Let’s Get Wrecked
2. Bounce Back
3. Late Expectations
4. The Brilliance
5. Broken Pieces
6. Forget How to Live
7. To Be Amazing
8. The Reason Why You Sang
9. Left Alone
10. On Tonight
11. Roll Out the Barrel

Autor

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Daniel B.

Autoren Bio

Schlecht, aber leidenschaftlich

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