Plattenkritik

BABYMETAL - Live At Wembley

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 09.12.2016
Datum Review: 12.01.2017
Format: CD

Tracklist

 

1. BABYMETAL DEATH
2. Awadama Fever
3. YAVA!
4. GJ!
5. Doki Doki ☆ Morning
6. Meta Taro
7. Amore
8. Megitsune
9. KARATE
10. Ijime, Dame, Zettai
11. Gimme Chocolate!!
12. THE ONE -English ver.-
13. Road of Resistance

Band Mitglieder

 

SU-METAL - Vocal,Dance
YUIMETAL - Scream,Dance
MOAMETAL - Scream,Dance
KAMI-Band

BABYMETAL - Live At Wembley

 

 

BABYMETAL – Unterschätze mal niemand kleine Japanerinnen

Man kann von BABYMETAL halten, was man möchte. Eine Sache steht für mich allerdings fest: Musikalisch sowie auch angesichts der präsenten Live-Performance schwimmt diese Band in der oberen Liga mit. Die Einzigartigkeit des Musikergespanns macht die Band mit ihren drei Frontmädchen zu einer Art schönen Unfall: Man kann nicht wegsehen.

Am 09.12.2016 wurde das Livealbum „Live At Wembley“ bei earMUSIC veröffentlicht, am 30.12.2016 erschien die digitale Version der Platte. Das Konzert fand im Rahmen der „BABYMETAL WORLD TOUR 2016“ am 02.04.2016 in London statt. Die 13 ausgewählten Songs spiegeln die brachiale Instrumentalgewalt gepaart mit poppigem Gesang wider. BABYMETAL spielten eine Show vor mehr als 12.000 (!) Menschen und brachen an diesem Abend ebenso den Verkaufsrekord für Merchandise, noch keine Band vor ihnen verkaufte an diesem Abend so viele Artikel in der Konzertstätte in Wembley.

Das zweite BABYMETAL-Album „Metal Resistance“ erschien am 01.04.2016 und belegte Rang 15 der UK-Album-Charts – somit die höchste Chartposition, die je ein japanischer Act in der UK erreichen konnte. In Deutschland landete das Album unter den Top 40.

Nun kurz ein paar Worte zum Livealbum „Live At Wembley“:

Auch ich war anfangs mehr als skeptisch, als ich mir zum ersten Mal ein Video von BABYMETAL ansah: Drei Mädchen mit quietschigen Stimmen auf der einen und ein Brett von Metal auf der anderen Seite. Kann denn sowas zusammenpassen? Ja, das kann es tatsächlich. Umso gespannter war ich, die Live-Platte zu hören. Zugegeben, an den Gesang muss man sich absolut gewöhnen, andernfalls mag man ihn oder man kommt eben nicht darauf klar. Ich muss gestehen, dass mir die Instrumentalparts doch wesentlich besser gefallen. Das Album-Intro „BABYMETAL DEATH“ beginnt mit epischer Musik und einer kleinen Anekdote zur „Metal Galaxy“ und dem „Fox Metal“. Nach den ersten zwei Minuten riss es mich tatsächlich kurz vom Stuhl, der Instrumentalpart schiebt hier weit nach vorne. Zusammen mit einer völlig ausflippenden Menschenmasse macht das durchaus etwas her. Weiter geht es mit Songs wie „Awadama Fever“ oder „YAVA!“. Der Song „Doki Doki ☆ Morning“ kratzt gesanglich schon hart am guten Willen. Erinnert mich irgendwie an meine kindlichen Sailer Moon-Zeiten. Auf der anderen Seite kann man Dinge wie „GJ!“ musikalisch durchaus anhören. Bei „Megitsune“ erwische ich mich mitwippend: Da mir technoide Elemente durchaus liegen, könnte das möglicherweise ein Grund dafür sein. „KARATE“ ist einer der bekanntesten BABYMETAL-Songs, er wurde wirklich gut performt. Wenn man von der Stimmfarbe absieht und den Gesang objektiv betrachtet, muss man zugeben, dass er sehr gut ist. Ich denke nicht, dass die Vocals von SU-METAL und ihren beiden Kolleginnen großartig nachbearbeitet wurden. Singen können sie. Allgemein ist der Sound der Liveplatte sehr gut. Würde man nicht ab und an Applaus von den Zuschauern hören, könnte man fast meinen, dass es nicht live aufgenommen wurde. Nach dem 13. Song reicht es mir allerdings auch wieder mit BABYMETAL. Interessant zu sehen, wie offen das Metalgenre mittlerweile wurde, ist es allemal. Immer bräuchte ich das allerdings nicht.

Man kann im Endeffekt von BABYMETAL halten, was man möchte. Die Verkaufszahlen sprechen absolut für sich. Dazu sei gesagt, dass sich die Band mittlerweile einen festen Platz in der Metalwelt erspielte und Eindruck hinterließ. Ich bin gespannt, wie wandelbar sich diese Band noch zeigen wird und was man in den nächsten Jahren noch von ihnen zu hören bekommt. Vielleicht habe ich mich dann auch an die Quietsche-Stimmen gewöhnt. Im April diesen Jahres sind BABYMETAL als Supportact für die RED HOT CHILI PEPPERS in England unterwegs, um ihre noch erscheinende Live-DVD des Wembley-Konzerts zu promoten. Kann man mal machen. Auch, wenn BABYMETAL nicht ganz meinen Geschmack treffen, muss man ihnen ihren Erfolg erst einmal nachmachen. Respekt dafür.

Zur Facebook-Page der Band gelangt ihr hier. Zur Website geht es hier entlang.

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Kristina

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Kristina lebt Metal, und das nicht nur als Fan und Konzertbesucherin, sondern auch mit ihrer Metalband KAFKAESQUE oder ihrer Underground-Konzertreihe SCHEPPERCORE. Bands, die sie inspirieren: Opeth, Gojira, Meshuggah, Jinjer, The Hirsch Effekt, Callejon, Deserted Fear, While She Sleeps etc. www.kafkaesque.de www.scheppercore.de kristina@allschools.de instagram.com/wolfficial