Plattenkritik

HI! SPENCER - Nicht raus, aber weiter

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 15.02.2019
Datum Review: 10.02.2019
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. Weck mich auf
2. Wo immer du bist
3. Nicht raus, aber weiter
4. Der Küchentisch
5. Klippen
6. Schalt mich ab
7. Angst ist ein Magnet
8. Tauwetter
9. Hinter dem Mond
10. Richtung Norden
11. Deponie

Band Mitglieder

 

Sven Bensmann - voc
Janis Petersmann - git
Malte Thiede - git/voc
Jan Niermann - bass/keys/voc
Niklas Unnerstall - drum

HI! SPENCER - Nicht raus, aber weiter

 

 

Licht und Schatten. So leicht lässt sich die zweite Veröffentlichung der Osnarücker beschreiben. HI! SPENCER veröffentlichen mit “Nicht raus, aber weiter” ein Album, welches das Indie-Rock-Herz mehrfach höher schlagen lässt. Doch nahezu genauso oft schlägt das Pendel auch in die andere Richtung.

Mit “Weck mich auf” und “Wo immer du bist” steigen die Osnabrücker ein in das Projekt “Album Nr. 2”. Vor allem der zweite Song weiß hierbei zu überzeugen. Sofort bleibt der Refrain im Ohr kleben. Der Track ist gleichzeitig eine der rockigsten Nummern der Platte. Es folgen mit dem Titeltrack “Nicht raus, aber weiter” und “Der Küchentisch” die ersten Schattenseiten der Platte. Insbesondere “Der Küchentisch” ist ein langweilig, schief vorgetragener Lückenfüller, der keine Emotionen hervorruft.

Die fehlenden Emotionen kreiert dafür das anschließende “Klippen”. Mit “Hinter dem Mond” eines der ruhigsten Stücke der Platte, in dem die Stimme von Sänger Sven Bensmann strahlt. Kraftvoll und doch einfühlsam singt er sich in diesen Momenten durch die bedeutungsschweren Zeilen. “Schalt mich ab” spiegelt das Thema des Albums in seiner reinsten Form wider: “Es geht (bei dem Album, Anm. d. Autors) um das Monster, das in uns steckt, um die Selbstsabotage, Gelähmtheit, dann aber auch wieder Mut zu fassen und wieder aufzustehen.”:

"Schalt mich ab
und dann schalt mich wieder ein
wenn du weißt, du lässt mich nie wieder allein
Ich weiß irgendwann wird hier alles zu Ende sein
und dann tätowier ich mir ein Lächeln ins Gesicht.”

Das belanglose und repetitive “Angst ist ein Magnet” fliegt so schnell wieder aus dem Gehörgang wie es dort hinein gekommen ist. Hätte man sich ebenso wie “Der Küchentisch” gerne sparen können.

Kurz vor Ende der Platte lassen HI! SPENCER mit dem bereits vorab veröffentlichten “Richtung Norden” nochmal eine Menge Licht in das eigene musikalische Schaffen. Das abschließende “Deponie” wirkt im Vergleich zum Rest der Platte zunächst etwas sperrig und versucht im Refrain wieder auf Eingängigkeit zu setzen. So wirklich gelingt diese Symbiose bei diesem Song jedoch nicht. Schwamm drüber, man hat sowieso noch “Richtung Norden” im Ohr.

HI! SPENCER machen mit ihrem zweiten Album einiges richtig, können die musikalische Qualität aber nicht über die gesamte Albumlänge halten. Songs wie “Richtung Norden” oder “Wo immer du bist” zeigen durchaus was die Band zu bieten hat, die qualitativen  Schwankungen im musikalischen Schaffen sind aber (noch) zu hoch, um eine starke Platte abzuliefern.

Autor

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Peter

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