Plattenkritik

HODJA - The Flood

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Info

Release Date: 17.08.2018
Datum Review: 15.08.2018
Format: CD

Tracklist

 

01. Everything is Everything
02. The Sour
03. The Flood
04. On And On
05. Ego
06. Not Karma
07. Big Tease
08. Never Kneel
09. The Void
10. Desperate Soul

Band Mitglieder

 

Tenboi Levinson - Gitarre
F.W. Smolls - Drums
Gamiel Stone - Gesang

HODJA - The Flood

 

 

Ja, sie haben es wieder getan: Nach „The Band“ (2015) und „Halos“ (2016) können wir uns schon wieder auf eine Flut neuer HODJA Songs einstellen. Zufällig heißt das neue Album auch „The Flood“, das von Kreativität de facto besessen ist. Elemente des Blues, Punks, Hip Hops und Rocks sind allesamt auf dieser Scheibe vertreten, weshalb man sich als Ersthörer auf eine Achterbahnfahrt der Stilbrüche vorbereiten muss. 

 

 

Den Start macht „Everything is Everything“, ein Song, der eine interessante Mischung aus Stoner-Rock und HipHop besitzt. Zwei verzerrende Gitarrensoli geben dazu noch das passende Rock-Ambiente. Besonders die Rap-Strophen, die mich ein wenig an RAGE AGAINST THE MACHINE erinnern, haben es mir besonders angetan. Anschließend liefert „The Sour“ einen feinen Punk-Sound, der nach etwa einer Minute von einer leicht psychedelischen Passage ersetzt wird.

 

Die weiteren drei Songs „The Flood“, „On And On“ und „Ego“ bestätigen, wie vielseitig HODJA ans Songwriting gehen. Während „The Flood“ ziemlich ruhig und bluesig klingt, ist „On And On“ extrem temporeich und groovig. „Ego“ wiederum, ist eine ziemlich verrückte, chaotische, aber tolle Nummer. Gelungen ist auch „Not Karma“. Dieser Song kann sozusagen Ballade des Albums gesehen werden. Jazzige Einflüsse und flüsternde Vocals machen den Song zum wunderbaren Ruhepool er Scheibe. 

 

Nach dieser Verschnaufpause geht es wieder etwas robuster zur Sache. „Big Tease“ beispielsweise erinnert etwas an den Old-School-Rock der 70er Jahre, „Never Kneel“ verfolgt eher die HipHop-Schiene, während „The Void“ in den Bereich des Grunge/Stoner-Rocks eingeordnet werden kann. Schließlich beenden HODJA ihr neues Album mit „Desperate Soul“. Der Song hat mich am Ende nochmal sehr begeistert. Zu Beginn ist diese Nummer eher noch leicht verträumt, die zweite Songhälfte geht dafür umso mehr ab und lässt wahnsinnig viel Energie frei. Hut ab! 

 

 

Einziger Negativpunkt ist für mich, dass einige instrumentale Passagen nicht ganz melodisch sind und dieses Defizit versucht wird, durch einen Klangteppich an Effekten auszugleichen. Meiner Meinung nach hat das die Band auf dieser Scheibe ein bisschen zu oft gemacht. 

 

Schließlich kann ich aber jeden „The Flood“ weiterempfehlen. Wie das Picasso-Ähnliche Albumcover verrät, ist es eine sehr verrückte, aber tolle Platte, die wahnsinnig viele Musikgenres beinhaltet. HODJA haben hier gute Arbeit geleistet und werden sicherlich durch „The Flood“ den ein oder anderen neuen Zuhörer für sich gewinnen können. 

Autor

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Christoph

Autoren Bio

Gitarrist und Radiomoderator aus der Umgebung Nürnberg. Nebenbei Philosophie/Politik-Student. Musikalische Vorlieben reichen vom Metalcore bis einschließlich zum Bebop.