Plattenkritik

MEMPHIS MAY FIRE - Broken

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Info

Release Date: 16.11.2018
Datum Review: 29.12.2018
Format: CD

Tracklist

 

01. The Old Me
02. Watch Out
03. Sell My Soul
04. Who I Am
05. Heavy Is the Weight
06. Over it
07. Fool
08. Mark My Words
09. You & Me
10. Live Another Day

Band Mitglieder

 

Matty Mullins - Vocals
Kellen McGregor - Guitar
Cory Elder - Bass
Jake Garland - Drums

MEMPHIS MAY FIRE - Broken

 

 

Ein Blick auf die Diskografie zeigt, dass MEMPHIS MAY FIRE zweifellos fleißige Songwriter sind, denn seit 2009 haben die Texaner nahezu alle zwei Jahre ein neues Album veröffentlicht. Zwei Jahre nach der letzten Scheibe ist es nun wieder so weit: Das sechste Studioalbum „Broken“ ist seit dem 16. November erhältlich. 

„The Old Me“ ist die erste der insgesamt zehn Kompostionen. Der Song ist darauf ausgelegt, die Clean-Vocals in den Vordergrund zu stellen, weshalb das instrumentale Arrangement sehr auf die Begleitung ausgelegt ist. Dabei bilden sowohl die harten Drums, als auch die breiten Gitarren einen insgesamt vollen Klangteppich. 

 

Etwas wilder geht es anschließend mit „Watch Out“ weiter. Die Instrumente finden sich dabei nicht nur in der Begleiter-Rolle wieder, sondern führen auch ein gewisses Eigenleben. Vor allem das Up-Tempo im zweiten Chorus kommt gut an und erinnert an den Southern-Style des ersten Albums „Sleepwalking“ (2009). Dies gilt auch für „Sell My Soul“. Das langsame Tempo, ausgestattet mit Stimmverzehrer und den ohnehin schon gedropten Gitarren, bietet einen interessanten Mix aus Delta-Blues und Stoner-Rock Merkmalen. Auffällig ist, dass MEMPHIS MAY FIRE generell weniger Metal-Elemente miteinbeziehen und dementsprechend in andere Genres abdriften. Beispielsweise tritt bei „Heavy Is The Weight“ sogar eine kurze Rap-Passage in Erscheinung. 

 

Und trotzdem lässt „Broken“ ein wenig die Merkmale vermissen, die MEMPHIS MAY FIRE eigentlich besonders gut beherrschen: Virtuose Gitarrenriffs, leidenschaftliche Screaming-Vocals, halsbrechende Breakdowns – all das ist leider kaum vorzufinden. Einzig im Song „Mark My Words“ bestätigen die US-Amerikaner, dass sie zu den Etablierten des Metalcores zählen. 

Andererseits finde ich es nicht verwerflich, dass MEMPHIS MAY FIRE sich in einem komplett anderen musikalischen Stil ausprobieren wollen. Oft bleiben Bands in ihrer Komfortzone und zeigen wenig Mut zum Stilbruch. Insofern ist es angemessen, dass die Texaner da mit gutem Beispiel vorangehen. Insgesamt jedoch ist „Broken“ für mich definitiv nicht das beste MEMPHIS MAY FIRE Album, da mir die Platte persönlich zu rockig ist und die Stärken der Band nicht wirklich zum Vorschein kommen. Einige interessante und überraschende Passagen sind zwar vorzufinden – dennoch lohnt es sich mehr, die Vorgängeralben zu besorgen, wenn man den authentischen MEMPHIS MAY FIRE-Stil kennenlernen möchte. 

Autor

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Christoph

Autoren Bio

Gitarrist und Radiomoderator aus der Umgebung Nürnberg. Nebenbei Philosophie/Politik-Student. Musikalische Vorlieben reichen vom Metalcore bis einschließlich zum Bebop.