Plattenkritik

NAVARONE - Salvo

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Info

Release Date: 29.03.2019
Datum Review: 17.02.2019
Format: CD

Tracklist

 

01. The Strong Survive
02. Reset
03. Waste
04. Cerberus
05. SøReal
06. Surrender
07. Fire
08. Another Way
09. Mind's Eye
10. Who Are You

Band Mitglieder

 

Merijn van Haren (vocals),
Kees Lewiszong (guitar),
Roman Huijbreghs (guitar),
Bram Versteeg (bass),
Robin Assen (drums)

NAVARONE - Salvo

 

 

Es gibt neues Material von NAVARONE. Mit „Salvo“ erscheint am 29. März das nun vierte Studioalbum der niederländischen Kombo, die sich vor allem als Support von „The Golden Earrings“ in der Vergangenheit einen Namen machen konnte. Insgesamt zehn Nummern sind auf der neuen Platte vorzufinden, die sich grob den Bereichen Progressive, Grunge, Alternative und Stoner einordnen lässt. 

 

 

Mit „The Strong Survive“ geht es schon mal solide los. Prinzipiell ist der Song nicht wirklich außergewöhnlich, dennoch aber gut kombiniert und sauber abgerundet. Eine ordentliche Nummer also. Das kann man auch über das Stück „Reset“ sagen. Sänger Merijn singt dabei deutlich höher und passt sich dem insgesamt funk-orientierten Song an. Besonders die Passage vor dem Gitarren-Solo kommt sehr gut: Ein kleines Gesangssolo baut Spannung auf, ehe die Gitarre umso lauter eingroovt. 

NAVANRONE geben jeder Kompostion einen ganz eigenen Touch und überraschen immer wieder durch kleine Feinheiten – seien es im Hintergrund leise eingespielte Jazz-Changes oder leicht psychedelisch-orientierte Gesangseinlagen. Oft hat man das Gefühl, Grunge und Jazz würden sich ständig abwechseln, was besonders für die Stücke „Waste“ und  „Cerberus“ gilt.

Etwas melancholischer geht es mit „SøReal“ weiter. Phasenweise ist diese Nummer ein gewisser Ruhepol der Platte, bis es spätestens beim leidenschaftlich arrangierten Solo abermals abgeht. Viel Melancholie ist auch in der Nummer „Surrender“ vorzufinden. Diese Kompostion ist wohl das poppigste und eingängigste Stück der gesamten Platte. Dennoch absolut berührend und hörenswert. 

Der tatsächliche Ruhepol aus „Salvo“ ist die Ballade „Fire“. Der Song erinnert etwas an alte Delta-Blues Nummern und zeichnet sich durch seine sehr dramatische Stimmung aus. Gelungen ist vor allem auch das bluesige Gitarrenriff, das einen gefühlt in den wilden Westen versetzt. 

 

Mich beeindruckt NAVARONEs Vielseitigkeit – Grunge, Stoner, Alternative, Jazz, Pop, Blues, alles kommt in diesen zehn Nummern vor. Beispielsweise könnte „Another Way“ auch von Michael Jackson eingesungen sein, so sehr erinnert an dieser Stelle Merijn van Harens Technik an den King of Pop. Schließlich wird ein großartiges Album von „Mind's Eye“ und „Who Are You“ perfekt abgerundet. 

Mein Fazit fällt absolut positiv aus. Jede Nummer besitzt Eigenständigkeit, ein ordentliches Songwriting und instrumentale Feinheiten. Mich würde es dementsprechend nicht wundern, wenn NAVARONE in nächster Zeit auf den großen Bühnen zu finden sind. Verdient haben sie es.

Autor

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Christoph

Autoren Bio

Gitarrist und Radiomoderator aus der Umgebung Nürnberg. Nebenbei Philosophie/Politik-Student. Musikalische Vorlieben reichen vom Metalcore bis einschließlich zum Bebop.