Plattenkritik

Oathbreaker - Eros|Anteros

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Release Date: 20.08.2013
Datum Review: 31.07.2013

Oathbreaker - Eros|Anteros

 

 

Die Eidbrecher aus Belgien haben eine neue Platte, und sie steht „Mælstrøm“, dem gefeierten Debüt der Band um nichts nach, macht vielleicht sogar noch einiges besser. Der Name „Eros|Anteros“ bedeutet zu Deutsch „Liebe“ und „Gegenliebe“, und genau das bekommt man auf dem Album geboten, verpackt in einer schwerbeweglichen, rauen Kugel mit einer Schale aus schwarzem Metall und mit einem harten Kern.

Das Ganze beginnt mit einer vorsichtigen Einleitung aus übereinandergelegten Gitarrenspuren und leise gesprochenen Voice-Samples bevor „No Rest For The Weary“ das Album mit Black Metal Gitarre und Blastbeat beginnt. Das ändert sich die nächsten Songs auch erstmal nicht und es wird ordentlich gehackt, bis dann zwischen den Tracks „As I Look Into The Abyss“ und „The Abyss Looks Into Me“ der Wechsel zwischen der „Liebe“ und der „Gegenliebe“ stattfindet. Dieser zweite Teil ist von viel mehr ruhigen Parts durchzogen, es wird sogar gesungen und Caro Tanghes Verzweiflung erreicht auf dieser Hälfte eindeutig ihren Höhepunkt, vor allen Dingen am Ende des 9 minütigen „ The Abyss Looks Into Me“.
Ab jetzt nimmt das Album einen zwar immer noch harten aber dennoch gediegen-ruhigen Verlauf, mit dem OATHBREAKER beweisen, wie weit sie ihr Spektrum dehnen können, wenn sie wollen, ohne dabei dem Song nicht mehr dienlich zu sein.
Das Album endet schließlich mit „Clair Obscur“ mit einem sehr ruhigen, langen Aufbau und die letzten harten Sekunden, die man irgendwie vorhergesehen hat, fallen trotzdem noch seichter aus als man es vielleicht erwartet.

Die Produktion übernahm diesmal Kurt Ballou und eine bessere Wahl hätte man wohl kaum treffen können, hat der CONVERGE Gitarrist doch in den letzten Jahren vielen Platten mit seinem Feinschliff zu einem runden Gesamtbild verholfen (KVELERTAK, NAILS, BLACK BREATH uvm.)
Der neue Sound ermöglicht einen flüssigeren Übergang von schnellen, groovigen zu langsamen, getragenen Parts ohne dabei Energie zu verlieren oder den Wechsel als abrupt zu empfinden.

Insgesamt wirkt Eros|Anteros mehr aus einem Guss, fühlt sich ähnlich tiefgreifend an wie „Mælstrøm“ und man wird diesmal mehr gelenkt wenn es darum geht, was man zu welchem Zeitpunkt des Albums empfinden soll. Dabei wird Track zu Track das Hörerlebnis großer.
Alles was man an diesem Album hätte richtig machen können, wurde auch richtig gemacht.

Tracklist:
01. (Beeltenis)
02. No Rest for the Weary
03. Upheaval
04. As I Look Into the Abyss
05. The Abyss Looks Into Me
06. Condor Tongue
07. Offer Aan De Leegte
08. Agartha
09. Nomads
10. Clair Obscur

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Henrik

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