Plattenkritik

Prinz Pi - Donnerwetter [DoCD]

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Release Date: 22.09.2006
Datum Review: 05.12.2006

Prinz Pi - Donnerwetter [DoCD]

 

 

Aus PORNO wird PI! Der Berliner PRINZ hatte ja schon zu beginn dieses Jahres mit seiner EP "Instinkt" sowohl die neue musikalische Marschrichtung als auch sein neues Alias vorgestellt. Konnte man den Namen PRINZ PORNO zumindest recht schnell in das Berliner Umfeld einordnen, spiegelt PRINZ PI die intelligenten und kritischen Lyrics des wortgewandten Rappers aus dem Royalbunker Umfeld wieder. Nach besagter EP holt dieser größenwahnsinnig zum Doppelschlag aus. 2 vollgepackte CDs wollen die Kreativität des Studenten belegen, die limitierte Fassung enthält sogar einen weiteren Silberling. Selten wurde ich in der Vergangenheit von einem Doppelalbum überzeugt und fast immer kam ich zu dem Resümee, dass man die guten Songs auch locker auf ein Medium hätte zusammenstreichen können. Doch PRINZ PI lehrt mich eines besseren…

Findet man auf der ersten CD namens "Donnerwetter" 22 tighte, abwechslungsreiche und intelligente Tracks wieder, krönt PRINZ PI sein Release mit dem zweiten Silberling namens "Herr Der Dinge". In bester Märchen-Storyteller-Manier erzählt der Berliner Rapper eine sagenhafte Fantasy Geschichte, die locker im Herr Der Ringe Universum spielen könnte. Neben der genialen Erzählkunst und des fantastischen Flows des Protagonisten begeistert vor allem die musikalische, soundtrackmäßige Untermalung des Spektakels. Ich bin hin und weg und 45 Minuten von den Erzählungen über Orks, den König und den Prinzen in den Bann gezogen. Mehr sei nicht verraten.

Aber auch "Donnerwetter" setzt ein unmissverständliches Statement dafür, dass Berliner Rap nicht ghettogeschwängert und plump sein muss. Hier haben wir so ziemlich die beste aber vor allem die kreativste deutsche Rap-Platte des Jahres 2006 am rotieren, auf der auch mal ein intelligenter Seitenhieb gegen den pöbelnden Maskenträger aus dem Aggrohause ausgeteilt wird. Hier wird gemeinsam mit FRANK ZANDER auf "Meene Stadt" dem Berliner Slang gefrönt, auf verrückten orientalischen Flöten gerappt ("Keine Idole") oder Trompetenflair bei "Schreibmaschine" eingestreut. Stets besticht man durch Wortwitz und gute Beats von Hausproduzent Biztram. Natürlich zeigt sich der Prinz auch gewohnt kritisch, verstrickt sich in Verschwörungstheorien bei "So Viele Fragen", entblößt zynisch das Bush Regime bei "Peng, Peng, Peng" oder nimmt sich den generellen Konsumwahn zum Ziel. Besonders begeistern die bouncende "Bonnies Ranch III" oder die Würfel Fortsetzung "Kette". Features von Biztram, Bobidze oder Taktlo$$ runden dieses fantastische Release ab, welches die Messlatte in der Rapublik ein wenig höher setzt.

TRACKLIST:
Donnerwetter
1. Donnerwetter
2. Instinkt
3. Kette
4. Der Plan (Skit)
5. Bonnys Ranch 3
6. Pssst (Skit)
7. Die Bomben Schlafen
8. Von & Zu ft. Taktlo$$
9. Meine Roots
10. Peng! Peng! Peng!
11. Berlin, Grosse Liebe
12. So Viele Fragen
13. Singt Die Lieder ft. Biztram, Bobidze
14. Herr Claasen
15. Keine Idole
16. Wie Die Zeit Vergeht ft. Biztram
17. Schreibmaschine
18. Meene Stadt ft. Frank Zander, Biztram
19. Zünd Die Welt An
20. Schwarz Ist Das Neue Schwarz
21. Der Rand
22. Ich Gehe

Der Herr Der Dinge
1. Das Weite Land
2. Der Bote
3. Im Thronsaal
4. Zur Altstadt
5. Die Spelunke
6. In Das Dorf
7. Das Prinzendorf
8. Der Aufbruch
9. Der Dunkle Wald
10. Räuberhaupt- mann
11. Über Die Berge
12. Die Prophezeiung
13. Angriff Der Orks
14. Die Vogelreiter
15. Der Ritt
16. Dorffest
17. Orks Im Morgengrauen
18. Das Singende Schwert
19. Der Winterwald
20. Lagerfeuer
21. Die Gefährten
22. Der See
23. Das Geisterschiff
24. Die Flotte
25. Auf Dem Hügelkamm
26. Der Prinz Eröffnet Die Schlacht
27. Die Schlacht
28. Mit Letzter Kraft
29. Entscheidung
30. Der Herr Der Dinge

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Torben

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