Plattenkritik

THE AMITY AFFLICTION - Misery

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Info

Release Date: 24.08.2018
Datum Review: 24.08.2018
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Ivy (Doomsday)
02. Feels Like I'm Dying
03. Holier Than Heaven
04. Burn Alive
05. Misery
06. Kick Rocks
07. Black Cloud
08. D.I.E
09. Drag The Lake
10. Beltsville Blues
11. Set Me Free
12. The Gifthorse

Band Mitglieder

 

Ahren Stringer - voc, bass
Joel Birch - voc
Dan Brown - git
Joe Longobardi - drum

THE AMITY AFFLICTION - Misery

 

 

Mit “Misery” legen THE AMITY AFFLICTION ihr sechstes Studioalbum vor. Das erste ohne Schlagzeuger Ryan Burt, der aufgrund von anhaltenden psychischen Problemen aus der Band aussteigen musste. Die Australier erschaffen mit “Misery” ein Album, welches sich im Vergleich zum Vorgänger “This Could Be Heartbreak” (2016) deutlich abwechslungsreicher und somit spannender präsentiert. Das Niveau von “Let the Ocean Take Me” (2014) kann die Band aber nicht erneut erreichen. 

“Ivy (Doomsday)” und “Feels Like I’m Dying” (beide vorab veröffentlicht) leiten in das Album ein. Ersterer ist ein typischer THE AMITY AFFLICTION-Song. Clean-Gesang von Ahren Stringer in den rockigen Strophen. Druckvolles Instrumentalspiel und dazu passende Screams von Joel Birch im Metalcore-Refrain samt fettem Breakdown. Der Einstieg ist gelungen. “Feels Like I’m Dying” (wie auch der Titeltrack “Misery”) hingegen enthalten einige elektronische Spielereien (BRING ME THE HORIZON lässt grüßen) und sind mehr Rock- als Metalcore-Songs. “Ivy (Doomsday)” und “Feels Like I’m Dying” sind zudem die ersten beiden Teile eine Video-Trilogie, die von Joel Birch geschrieben wurde. Wer sich in der Vergangenheit mit der Band beschäftigt hat, dem ist bewusst, dass Musikvideos immer eine große Leidenschaft der Australier waren. Somit dürfte hiermit ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen sein.

Wem es bis dato noch nicht bewusst war, dem fällt es spätestens bei “Holier Than Heaven” auf. “Misery” ist insgesamt wieder deutlich druckvoller produziert worden als “This Could Be Heartbreak”. Wenn es Breakdowns wie bei “Holier Than Heaven” gibt, knallen diese mit Double-Bassdrum durch die Lautsprecher und machen Lust auf den nächsten Moshpit.

“Black Cloud” leitet die zweite und stärkere Hälfte des Albums ein. Gleichzeitig ist der Song einer derjenigen, die sofort im Ohr bleiben. Das gängige Mid-Tempo der Australier entwickelt seinen besonderen Charme, da der Clean-Gesang und die Screams selten so gut ineinander übergegangen sind wie in diesem Fall. Diese Übergänge gestalten THE AMITY AFFLICTION wie kaum eine andere Band mühelos. Dies zeigt auch das ähnlich angehauchte “D.I.E”. im Anschluss. Zudem bietet der Song ein waschechtes, wenn auch kurzes Gitarrensolo.

Mit “Drag the Lake” befindet sich auf “Misery” einer der stärksten Songs der jüngeren Bandgeschichte auf der Platte. Teils rockige, teils sanfte Strophen gehen über in einen hymnenhaften Refrain, in dem Birch und Stringer abwechselnd singen/screamen. Zudem versteht es Stringer seine Stimme zunehmend besser einzusetzen und den Clean-Gesang abwechslungsreicher zu gestalten. Durch die erste Strophe kratzt sich der Bassist und Sänger, im Refrain glänzt er hingegen mit Kopfstimme.

Zum Ende drehen die Australier mit “Set Me Free” das Tempo nochmal etwas höher und brechen, wie leider selten, aus dem Mid-Tempo-Metalcore-Rock (auch wenn sie diesen wirklich gut beherrschen) heraus. Der letzte Song des Albums ist gleichzeitig der ruhigste des musikalischen Outputs: “The Gifthorse” beendet das sechste Studioalbum der Band, die es mit “Misery” schafft wieder kreativ zu sein und die eigenen musikalischen Grenzen weiter auszuloten. Es befindet sich auf “Misery” zwar nichts was man nicht an anderer Stelle schon mal gehört hätte. Trotzdem stellt die Band eine solide Platte auf die Beine, die länger im Gehörgang bleiben wird als der Vorgänger.

Autor

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Peter

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