Plattenkritik

THE GARDEN – Mirror Might Steal Your Charm

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Info

Release Date: 30.03.2018
Datum Review: 30.03.2018
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. Stallion
2. Make a Wish
3. Shameless Shadow
4. Who Am I Going To Share All Of This Wine With?
5. : (
6. A Message For Myself
7. Call The Dogs Out
8. Good News
9. Voodoo Luck
10. Banana Peel
11. Stylish Spit
12. No Destination

Band Mitglieder

 

Wyatt Shears
Fletcher Shears

THE GARDEN – Mirror Might Steal Your Charm

 

 

Düster und verstörend ertönt der charakteristisch brillante E-Bass-Sound der GARDEN-Twins im Opener „Stallion“. Ehe man sich daran gewöhnt hat bricht ein vehementes Hardcore-Gewitter aus. Ein kurzer Break, eine sanft und cool gesungene Strophe und bevor auch hier die Gewöhnung einsetzt, schlägt mit Höchstgeschwindigkeit der Refrain ein. Nach 100 Sekunden ist auch Schluss. Darauf folgt ein angespannter Synthiesound mit Hip-Hop-Beat. Klingt schizophren? Ist es auch. Das macht THE GARDEN aus und legt die Weichen für die folgenden 30 Minuten Musik.

Der kreative Output der Gebrüder Fletcher und Wyatt Shears bleibt unerschöpft. Nach der ersten reinen Epitaph-Veröffentlichung „U Want The Scoop?”-EP Anfang 2017 folgt nun dieses Album als Nachfolger des 2015 noch auf Burger Records erschienen Albums „haha“.

Die neuen Stücke wirken selbstsicherer und textlich konkreter als bisher. Nicht, dass es den showtechnisch und schauspielerisch hochbegabten Zwillingen an sicherem Auftreten mangeln würde. Allerdings kommt diese Sicherheit auf „Mirror Might Steal Your Charm“ auch lyrisch stärker zur Geltung. Die explizitere und direkte Wortwahl wirkt persönlicher und weniger deskriptiv als auf den Vorgängern. Anspieltipp in diesem Sinne: “Make A Wish”, „A Message For Myself“ und „Call The Dogs Out“.

Musikalisch sind THE GARDEN weiterhin jazzig vertrackt mit Noise-Punk angehauchten und abwechslungsreichen Songs unterwegs. Mit den ausgefallenen Sample-Sounds wird ebenfalls intensiver gearbeitet und der post-punkig schlackernde E-Bass drückt dem Ganzen den unverwechselbaren THE GARDEN-Stempel auf. Track Nr. 5 namens „:(“ fasst sehr treffend zusammen, auf welcher Entwicklungsstufe sich die Kalifornier gerade befinden: Alles ausprobieren, nicht zu viel nachdenken. Und Achtung: nicht erschrecken! Zu verraten wovor, wäre langweilig.

Umso lieblicher ertönt der Endtrack des Albums - „No Destination“. Ein glasklares und eingängiges Piano trägt das melancholische Stück in die ungewisse Ferne, was wieder einmal den ehrlichen Charakter dieses auf den ersten Blick eingebildeten und selbstverliebten Geschwisterpaars verdeutlicht.

Schau dir hier das Video zum Endtrack "No Destination" an:

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Camilo

Autoren Bio

Musiker, Sozialwissenschaftler, Fahrradnerd, Redakteur, Punker vom Herzen mit einer Schwäche für Pop, Rap und Indie.