Plattenkritik

TROPHY EYES - The American Dream

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 03.08.2018
Datum Review: 13.08.2018
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1) Autumn
2) Something Bigger Than This
3) Friday Forever
4) More Like You
5) A Cotton Candy Sky
6) You Can Count On Me
7) Broken
8) Tip Toe
9) Lavender Boy
10) Miming In The Choir
11) A Symphony Of Crickets
12) I Can Feel It Calling

Band Mitglieder

 

John Floreani - voc
Jeremy Winchester - bass
Andrew Hallett - git
Kevin Cross - git
Blake Caruso - drum

TROPHY EYES - The American Dream

 

 

Was sich mit “Chemical Miracle” angedeutet hatte, setzen TROPHY EYES auf “The American Dream” konsequent fort. Die Entfernung von den musikalischen Wurzeln der Australier wird nicht jedem gefallen und doch legt die Band mit “The American Dream” ein Album vor, das gehört werden will und das gehört werden sollte. Denn TROPHY EYES präsentieren alte Stärken, erweitern gleichzeitig aber auch den eigenen musikalischen Horizont.

Bereits mit dem Opener “Autumn” wird deutlich: Diese Platte soll eingängiger sein als das bisher veröffentlichte Material der Band. Im Verlauf des Albums wird klar: Diese Rechnung geht auf und das ganz ohne Langeweile. Mit “Something Bigger Than This” und der Vorab-Single “Friday Forever” folgen zwei Songs, die sofort Lust auf mehr machen. In der Strophe von “Friday Forever” erinnern TROPHY EYES dabei stark an die “This Is War”-THIRTY SECONDS TO MARS aus dem Jahr 2009.

Im Vergleich zu den Vorgängern ist “The American Dream” lebensbejahender. Es geht darum nach vorne zu schauen und nicht nur darauf zu achten was in der Vergangenheit möglicherweise alles schief gelaufen ist. Die Gegenwart so gut es geht zu genießen und das Vergangene hinter sich zu lassen. Auch wenn das nicht immer leicht fällt, wie der Song “More Like You” eindrucksvoll unter Beweis stellt.

"I never asked to be born in this skin draped over me
Am I as ugly on the outside as what’s living underneath?
How can you tell me that I’m special when I’m just another man?
Is this everything I’ll know? Is this everything I am?"

An das zweifelnde “More Like You” schließt das düstere, extrem ruhige Interlude “A Cotton Candy Sky” an, welches in die zweite Hälfte des Albums einleitet. Diese Hälfte beinhaltet mit “Tip Toe” eine waschechte Ballade. Eine Akustikgitarre, ein paar gezielt eingesetzte Effekte und die sanfte Stimme John Floreanis erzeugen eine besondere Stimmung. Via Twitter antwortete die Band einem Fan und erklärte die Bedeutung des Songs:

“It’s about distance from the ones you love and and how those people can’t wait for you forever. You seem to learn that the hard way being a musician.”

“Miming In The Choir” beginnt ähnlich ruhig wie “Tip Toe”, mausert sich im Verlauf der 3:48 Minuten aber zu einem der abwechslungsreichen Rocksong bevor das zweite Interlude “A Symphony of Crickets” den finalen und längsten Song des Albums “I Can Feel It Calling” einleitet.

Insgesamt legen TROPHY EYES ein Album vor, dass sich vom Punkrock weiter zum Alternative Rock orientiert. Mit teils sanften (“Tip Toe”, “Miming In The Choir”) und teils krachenden Klängen (“I Can Feel It Calling”, “Something Bigger Than This”, “More Like You”) erschaffen die Australier die richtige Balance zwischen hart und zart. Gleichzeitig präsentieren sich die Songs auf “The American Dream” eingängig wie nie zuvor. Trotzdem bleibt das Album immer spannend und enthält bei einer Spielzeit von knapp 40 Minuten keinerlei Durststrecken. Im eigentlich ausreichend gefüllten Pool der Alternative-Rock-Bands schaffen es TROPHY EYES sich zu behaupten und nicht in der grauen Masse zu versinken.  

 

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Peter

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