Plattenkritik

TURN THE COURSE - No One Can Save Us

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Info

Release Date: 06.04.2018
Datum Review: 06.06.2018
Format: CD

Tracklist

 

01. Intro
02. Perception
03. Outsider
04. No One Can Save Us
05. Rotten

Band Mitglieder

 

Felix Scheider - Vocals
Joshua Simon - Guitars
Baha Kirlidokme - Guitars
Dieter Simon - Bass
Noah Ries - Drums

TURN THE COURSE - No One Can Save Us

 

 

Seit April 2018 ist die neue EP der Schweinfurter Band TURN THE COURSE auf dem Markt. „No One Can Save Us“ heißt die Scheibe, die für eine Debüt-EP absolut hörenswert ist. Das Quintett hat sich zwar mit einer Veröffentlichung ziemlich lange Zeit gelassen - die Jungs spielen schon seit September 2014 zusammen - dennoch kann man sagen, dass sich das Warten gelohnt hat. Denn so einen reifen, abgerundeten Stil gibt es bei vielen Erstveröffentlichungen nur selten zu hören. 

 

 


TURN THE COURSE lassen ihre EP mit einem instrumentalen 47-Sekunden-Intro beginnen, bei dem sich schon erahnen lässt, dass es gleich richtig kracht. Schließlich beginnt der erste Song „Perception“, ausgestattet mit einem gewissen Thrashmetal-Ambiente, sehr explosionsartig. Ausgezeichnet klingen dazu die Hardcore-Vocals, welche fast schon im Sprechgesang münden. Prinzipiell handelt es sich bei „Perception“ um eine Nummer, die alles besitzt, was ein gutes Metalcorelied benötigt: Packende Breakdowns, schrille Gitarren im Hintergrund und raue Vocals an der Front. 

 

Ähnliches lässt sich auch über die zweite Nummer „Outsider“ sagen. Zwar beginnt der Song für meinen Geschmack etwas zu dumpf, was aber nicht weiter tragisch ist. Denn je länger „Outsider“ dauert, desto besser wird er. Hörenswert sind vor allem die manchmal wiederkehrenden Gitarrenmelodien, die ich deutlich vielseitiger finde, als beim ersten Song. Zusammengefasst, trotz des eher mäßigen Intros, eine coole Nummer. 

 

Super ist auch die Single „No One Can Save Us“. Positiv fallen mir dabei anfangs die Drums auf, die dem Song den passenden Groove geben. Mittendrin erscheint ein kurzer, ruhigerer Abschnitt, der mit 20 Sekunden die perfekte Länge hat, um den darauffolgenden epischen Ausklang der Nummer hervorzuheben. 

 

Schließlich wird die EP mit „Rotten“ beendet. Auch hier bedienen sich TURN THE COURSE einer eher ruhigen Passage, die zusammen mit den kratzigen Hardcore-Vocals einen interessanten Kontrast bilden. Noch besser finde ich aber das, was danach kommt. Denn der Übergang von dieser Stelle hin zum nächsten Breakdown ist absolut fließend und gekonnt arrangiert. Das bekommen nicht viele Bands hin.

 

 

Zusammengefasst ist „No One Can Save Us“ eine echt gute EP. TURN THE COURSE dürfen auf jeden Fall zufrieden mit ihrer Arbeit sein, denn jeder Song ist technisch sauber eingespielt und besitzt ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Dennoch sollten die Jungs in Zukunft beim Songwriting auf mehr Melodien seitens der Gitarren setzen, beziehungsweise auch mehr Clean-Vocals einbringen. Das würde den Stil von TURN THE COURSE auf jeden Fall abwechslungsreicher machen. Trotzdem kann ich „No One Can Save Us“ auf jeden Fall weiterempfehlen. Ich freue mich schon darauf, die Jungs einmal live zu erleben. 

 

Autor

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Christoph

Autoren Bio

Gitarrist, Songwirter und Radiomoderator aus der Umgebung Nürnberg. Nebenbei Philosophie/Politik-Student. Musikalische Vorlieben reichen vom Metalcore bis einschließlich zum Bebop.