Plattenkritik

Converge - No Heroes

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Release Date: 20.10.2006
Datum Review: 23.10.2006

Converge - No Heroes

 

 

Bostons richtungweisenden Chaoten sind zurück! Es gibt wenige Bands, die derart konsequent wie CONVERGE ihr eigenes Ding durchziehen und den musikalischen Underground nachhaltig geprägt haben. Man fragt sich nur noch, wie die einzelnen Bandmitglieder denn bei ihren ganzen kreativen Aktivitäten noch dazu kommen sich um ihre Hauptband zu kümmern. Schreiderwisch Jacob Bannon hat ein Grafikdesignstudium abgeschlossen und zeigt sich neben diverser Arbeiten auch für das aktuelle Artwork von "No Heroes" verantwortlich. Nebenbei ist er Labelchef von Deathwish Inc.. Gitarrist Kurt Ballou hatte gerade in den letzten beiden Jahren bei unzähligen Releases seine Produzentenfinger im Spiel und arbeitet meistens von seinem Godcity Studio aus. Zu den zahlreichen Nebenprojekten weiterer CONVERGE Mitglieder zählen u.a. OLD MAN GLOOM oder DOOMRIDERS.

Nun aber zum aktuellen Album, das zweite Release für Epitaph. Man hat sich sehr bemüht, dass Release nicht vorab zu verbreiten und doch ist "No Heroes" frühzeitig geleaked. Schon merkwürdig, was da für ein Aufwand für eine Undergound Band betrieben wird, deren Popularität zweifelsohne beständig wächst. Was kann man also von dem Nachfolger zu "You Fail Me" erwarten? Hatte man sich bisher immer mit 7-Meilenstifeln fortbewegt, glänzte das letzte Album lediglich mit moderaten Veränderungen und mit "No Heroes" wurde sogar der Rückwärtsgang eingelegt. Die glorreichen Equal Vision Zeiten ("Petitioning the Empty Sky" (zuvor via Ferret), "When Forever Comes Crashing", "Jane Doe") rücken wieder in den Fokus der Recken und entsprechend bestialisch und schwer verdaulich wird hier auch zur Sache gegangen. Düstere Atmosphären, die nur so voll Energie strotzt und wohl konstruierte Noisekaskaden die zu keiner Zeit zu einem undefinierbaren Brei zusammenfallen zeigen die Brillianz von CONVERGE. Überraschte man bei "You Fail Me" mit dem Akustikstück "In Her Shadow", wird man beim epischen "Grim Heart/Black Rose" von einem clean singenden Jacob Bannon überrumpelt. Stets beklemmend, komplex und unglaublich hart bewegt man sich zwischen doomigem Metal, halsbrecherischem Hardcore und einer punkigen Attitüde. Die Rückbesinnung von CONVERGE macht unglaublich spaß auch wenn man sich fragt, wohin es die Band zukünftig treiben wird. Es gibt immer mehr talentierte Combos, die den Bostoner Jungs musikalisch auf die Pelle rücken, ihr extremer Sound wirkt gar nicht mehr so extrem und trotz ihrer ganzen Genialität hinterlässt mich "No Heroes" zwar mit einem sehr guten Gefühl aber nicht mit offenem Mund und geweiteten Pupillen.

Tracks:
1. "Heartache" – 1:43
2. "Hellbound" – 1:07
3. "Sacrifice" – 1:37
4. "Vengeance" – 0:58
5. "Weight of the World" – 1:25
6. "No Heroes" – 3:43
7. "Plagues" – 4:43
8. "Grim Heart/Black Rose" – 9:34
9. "Orphaned" – 1:39
10. "Lonewolves" – 2:18
11. "Versus" – 2:09
12. "Trophy Scars" – 4:59
13. "Bare My Teeth' – 2:02
14. "To The Lions" – 3:40

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Torben

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Allschools Chef