05.09.2019: LAURA JANE GRACE, FRANK IERO, MOBINA GALORE

08.09.2019
 

 

Große Namen zu Gast im Hamburger Knust. LAURA JANE GRACE und FRANK IERO laden zum Tanz. Die AGAINST ME-Frontfrau und der ehemalige MY CHEMICAL ROMANCE-Gitarrist stellen einen heißen Punk-Rock-Abend in Aussicht.
Als Support haben die Beiden MOBINA GALORE im Gepäck.
Punk. Punk. Punk.

Drei Mal Punk, drei unterschiedliche Interpretationen. Den Anfang machen MOBINA GALORE aus Winnipeg, MB. Die zwei US-Amerikanerinnen spielen klassischen Punk-Rock in Minimal-Besetzung: Gitarre und Gesang plus Schlagzeug und Gesang.
Kurz: Jenna und Marcia.
Noch kürzer: MOBINA GALORE.

Das Knust in Hamburg ist bereits frühzeitig ordentlich gefüllt. Auch wenn der Konzertraum zu Beginn noch nicht aus allen Nähten zu platzen droht, wird das Konzert auf Leinwänden in die Bar übertragen, damit keiner der Anwesenden auch nur eine Sekunde des Konzerts verpassen muss. Bier-Holen einfach gemacht.

Seit 2011 steht das Punk-Rock-Duo gemeinsam auf der Bühne. Acht Jahre Bandgeschichte, zwei bzw. drei Alben, denn einen Tag nach dem Konzert erscheint das dritte Album der Band „Dont Worry“ auf Damage und Gunner Records.
Pre-Album-Release-Show.
MOBIAN GALORE spielen ihr Set solide herunter, die Zuschauer applaudieren artig und werden langsam aber sicher warm für die beiden Hauptacts des Abends. Gegen Ende des Sets wird es noch einmal ruhiger, denn den letzten Song widmen MOBINA GALORE Verwandten von Jenna, die ihr Kind im 8. Monat der Schwangerschaft verloren haben. Klassischer Punk mit sentimentaler Note.

 Bereits während der Umbaupause melden sich immer wieder einige Fangirls aus den ersten Reihen zu Wort, sobald FRANK IERO oder eines der Bandmitglieder irgendwo in Bühnennähe auftaucht. Auf laute Rufe folgt Ruhe. Erst 30 Minuten später, pünktlich um 21:30 Uhr wird es dann endlich dauerhaft laut. Pop-Punk mit Feuer. Ab geht´s.

FRANK IERO ist vielseitig. Neben seinen früheren Aktivitäten bei MY CHEMICAL ROMANCE als Gitarrist und Backgroundsänger, ist der Vegetarier und Unterstützer der Schwulenbewegung Mitglied bei LEATHERMOUTH, sowie DEATH SPELLS, die er beide mitbegründet hat. An diesem Abend steht der US-Amerikaner jedoch mit seinem Solo-Projekt FRANK IERO AND THE FUTURE VIOLENTS auf der Bühne. Bloß nicht den Überblick verlieren.
Und THE FUTURE VIOLENTS sind im Vergleich zu MOBINA GALORE um einiges breiter aufgestellt. Zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug, sowie Keyboard und Geige. Und auch Stimmungstechnisch legen FRANK IERO und Band eine Schippe drauf. Ab dem ersten Song ist Bewegung im Zuschauerraum. Mitklatschen, Mitsingen, Pogo, Stagediven - kleinere Wehwehchen, aufgrund von Füßen, Händen oder anderer Körperteile im Gesicht von irgendwelchen Fremden, werden müde weg gelächelt. Weiter geht´s. Vollgas.
FRANK & Band schaffen es die Spannung über 55 Minuten konsequent aufrecht zu erhalten. Ruhigere Songs wechseln sich mit krachenden Brettern. Auf Entspannung folgt Extase. Gute Stimmung beim überraschend jungen und allem voran textsicheren Publikum.
Und um dieses ausreichend zu füttern, wird ein Plektrum nach dem anderen ins Publikum geschnipst. Hamburg frisst aus der Hand. Pop-Punk mit Schwung in der Kiste.

Wiederum 30 Minuten später betritt LAURA JANE GRACE mitsamt Band die Bühne. 
THE DEVOURING MOTHERS statt AGAINST ME. 
Tag der Solo-Projekte.
Wie bereits die Bands zuvor betreten LAURA JANE GRACE & Band die Bühne ohne großen Schnickschnack. Kein Backdrop, keine überflüssige Light-Show, keine sonstigen Spielereinen. Die Band, die Musik, das Publikum. Alles wird auf das Wichtigste reduziert - Jugendzentrum-Feeling anstatt großer Show-Bühne. Und das passt. 

LAURA JANE GRACE & THE DEVOURING MOTHERS spielen alle Songs ihres einzigen Albums, sowie wenige Solo- wie AGAINST ME! Songs. Unter anderem eine Hymne an all die Hotels und Motels mit ihren Late Check Outs und Early Check Ins, kostenlosem WLAN und gutem Frühstück. Des Weiteren warnt die Amerikanerin alle Hamburger davor nach Chicago zu gehen - die Stadt, in der Laura bereits seit geraumer Zeit lebt.

Die Stimmung ist weiterhin gut und das nicht erst, nachdem die Frontfrau Hamburg zu ihrer deutschen Lieblingsstadt gekürt hat. Und trotzdem ist es im Zuschauerraum ruhiger geworden, was jedoch nicht an der Band sondern dem weniger tanzbaren Sound im Allgemeinen (im Vergleich zu FRANK IERO zuvor) liegen dürfte. Hier und da wird noch mitgesungen, sich sporadisch mitbewegt oder die Faust gen Himmel gestreckt, die großen Pogo-Orgien wie Stage-Diving-Aktionen bleiben jedoch aus.

LAURA JANE GRACE erklärt immer wieder worum es im folgenden Song geht, macht sympathische Ansagen und spricht wie singt sich damit in die Herzen der Hansestadt. Mit „True Trans Soul Rebel“ schickt LAURA JANE GRACE die Zuschauer in die Nacht.
Alternative-Folk-Punk.

“Who's gonna take you home tonight?
Does god bless your transsexual heart, True Trans Soul Rebel?”