23.11.2018: AUGUST BURNS RED, WAGE WAR, BETRAYING THE MARTYRS - Berlin - Columbia Theater

25.11.2018
 

 

AUGUST BURNS RED sind zurzeit auf großer Phantom Anthem-Tour. Im November und Dezember steht Europa auf dem Plan. Das führte die Band zusammen mit BETRAYING THE MARTYRS und WAGE WAR auch nach Berlin, wo sie in einem nahezu ausverkauften Columbia Theater spielten. Zu Beginn waren es jedoch noch überraschend wenig Leute, die den Weg rechtzeitig an den Ort des Geschehens angetreten hatten.

Manchmal gibt es diese Bands, deren Name man schon hundert Mal gehört und gelesen, aber von denen man noch nie einen Ton bewusst gehört hat. BETRAYING THE MARTYRS waren bis jetzt so ein Fall bei mir. So wenig ich von der Band aus Frankreich im Vornherein wusste, genauso wenig wusste ich, wie sehr sie mich wegpusten würden. Die Bühne war voll, denn da standen bzw. wirbelten gleich sechs Energiebündel über die Bretter. Es war ihnen anzusehen, was für einen Spaß die Band da oben hatte. Da gab es einen Sänger/Shouter, der optisch gar nicht so recht zum Rest der Besetzung passen wollte und seine Freude in Form von regelmäßigen Wasserduschen ausdrückte. Ein Keyboarder, der seine Tasten auch mal in die Hand nahm und den ganzen Platz der Bühne ausnutzte – oder um gleich mit Anlauf in die Menge zu springen und den Song auf den Händen des Publikums zu Ende zu bringen. Optisch aber auch musikalisch, war es ein unerwarteter, sehr gelungener Start in den Abend.

Klar, dass es WAGE WAR danach nicht einfach hatten, das Ganze zu überbieten. Mir persönlich war die Band bis jetzt auch immer schon ein wenig zu austauschbar. Auch live änderte sich dieser Eindruck für mich nicht. Die Songs gehen gut durch, aber hinterlassen keinen großen Eindruck. An der Ausführung gab es aber nichts auszusetzen und eine gute Stimmung konnten die Jungs aus Florida auch erzeugen. Besonders bei Songs wie ''Don't Let Me Fade Away'' und dem Closer ''Stiches'' hatte die Band das Publikum auf seiner Seite. Eine solide halbe Stunde also, die aber nicht an den mitreißenden Auftritt von BETRAYING THE MARTYRS heran kam.

Dann hieß es Umbau für den Headliner des Abends. Ich hatte schon lange darauf gewartet, AUGUST BURNS RED endlich live zu sehen, denn aus verschiedensten Gründen blieb mir das bis jetzt verwehrt. Und wie oft habe ich gehört, wie gut sie live sein sollen. Das schraubte meine Erwartungen schon mal in die Höhe – und diese konnten erfüllt werden.
Los ging es mit ''King of Sorrow'', dem Opener vom aktuellen Album. Danach knüppelte man sich quer durch die Diskographie. Nur der Erstling ''Thrill Seeker'' wurde meines Erachtens ignoriert. Am meisten Beachtung wurde den Songs des aktuellen Longplayers ''Phantom Anthem'' sowie ''Constellations'' geschenkt. Das rappelvolle Columbia Theater feierte die Band und jede Menge Bierbecher flogen durch die Luft. Der Sound stimmte und jeder Ton saß perfekt. Fast schon zu perfekt – denn man merkte schnell, was für ein eingespieltes Team die Band ist. Das zeigte sich nicht nur in den gespielten Songs, sondern auch bei ihrem Auftreten. Neben Rauchkanonen gab es auch noch drei Podeste auf der Bühne. Vor allem Frontmann Jake Luhrs nutzte diese ausgiebig und schwang zusätzlich sein Mikrofon regelmäßig in der Gegend herum. Keiner der Gitarristen hielt es lange an der gleichen Bühnenseite aus. Aber wenn musikalisch so abgeliefert wird, nimmt man gerne auch ein bisschen Posen in Kauf.

Nach ''Empire'' verschwand die Band von der Bühne und als ich dachte es passiert nichts mehr, überraschte Drummer Matt Greiner mit einem mehr als überzeugenden Drum-Solo. Nach ''White Washed'' vom 2009er ''Constellations'' war dann aber wirklich Schluss. Der hohe Andrang am Merchstand zeigte, dass die Band alles richtig gemacht hatte, denn selten habe ich so viele Shirts in so kurzer Zeit über die ''Merch-Theke'' gehen sehen.


Hier die Bilder aller Bands: AUGUST BURNS REDWAGE WARBETRAYING THE MARTYRS