Interview mit JB von AUGUST BURNS RED

20.04.2020
 

 

Die wichtigste Frage vorab: Wie geht´s dir, JB? 

 

JB: Alles in allem geht es mir gut und ich verbringe die Zeit zu Hause bei meiner Familie. Durch die Krise bin ich jedoch arbeitslos, was ein wenig beängstigend ist.

 

 

Reden wir über euere neue Platte: Im Vergleich zu den Vorgänger-LPs, hört sich die „Guardians“ etwas düsterer an. Was hat euch zu diesem Sound inspiriert? 

 

JB: Wir wollten ein kompaktes Album komponieren, das auch etwas „heavier“ klingt. Unser Fokus lag nicht darin, ob die Songs mit coolen Parts ausgestattet sind, sondern dass eher die Struktur der Platte insgesamt homogener wirkt. Ich denke auch, je länger wir als Band zusammen spielen, desto prägnanter und zielführender wird unser Songwriting. Unsere Inspiration war, das bestmögliche Album zu machen und die besten elf Songs zu schreiben, die wir konnten. Wir haben uns dabei nicht an anderen bestimmten Künstlern orientiert.

 

 

 

 

Was macht die „Guardians“ eurer Meinung nach so besonders? 

 

JB: Ich denke, die „Guardians“ verbindet die besten Elemente unserer frühen Alben mit denjenigen unserer letzten drei Platten. Unsere ersten vier Alben waren darauf ausgerichtet, schnell und „heavy“ zu sein. Bei den letzten drei Alben haben wir unseren Sound erweitert, waren experimenteller und progressiver. „Guardians“ nimmt in erster Linie beide Eigenschaften auf. Ich denke, dass dieser Mix sowohl alte, als neue ABR-Fans wirklich ansprechen wird.

 

 

Warum habt ihr euch eigentlich für den Titel „Guardians“ entschieden?

 

JB: Wir wollten mit diesem Titel eine positive Message senden. Gerade in den dunkelsten Zeiten brauchen wir jemanden, der unser Hüter (engl.: Guardian) ist – jemanden, der uns den Rücken stärkt, der uns unterstützt, wenn wir es einfach nicht alleine schaffen. Wir möchten eine positive Botschaft teilen, insbesondere in dieser schwierigen Zeit, die wir gerade alle durchmachen müssen.

 

 

Ist es nach insgesamt acht Platten für euch überhaupt noch eine Herausforderung so starke Alben zu schreiben?

 

JB: Ein Album zu schreiben ist immer herausfordernd. Wir wollen uns jedes Mal selbst übertreffen – darin liegt die Herausforderung und die Motivation. Dementsprechend arbeiten wir als Team noch härter zusammen und versuchen tiefer in unsere kreativen Köpfe einzudringen. Doch wir lieben, was wir tun, und ich denke, das erleichtert den Prozess.

 

 

 

 

Inwiefern hat Corona nun euer Leben als Musiker beeinflusst? 

 

JB: Wir mussten leider unsere Tourpläne für das Jahr komplett zu ändern. Als das Album rauskam, hätten wir eigentlich mit Killswitch Engage unterwegs sein sollen. All das ist nun geplatzt – was bleibt, sind viele Fragezeichen. Wir sind uns nicht sicher, wann wir wieder arbeiten können, was natürlich beängstigend ist. Aber fast jeder hat mit den ähnlichen  Problemen zu kämpfen – deshalb versuche ich mich abzulenken. Aktuell ist es für uns eine gute Gelegenheit, Zeit mit der Familie zu verbringen und andere Projekte anzugehen, für die wir zuvor möglicherweise keine Zeit hätten.

 

 

Wie vertreibt ihr denn gerade eure freie Zeit? 

 

JB: Ich habe jeden Morgen ein paar Stunden damit verbracht, Gitarre zu spielen und ein wenig zu schreiben. Ich versuche, Play Through-Videos für mein Instagram Account zu erstellen und einfach als Musiker aktiv zu bleiben. Meine Frau und ich haben einen zweijährigen Sohn, der uns aber auch sehr beschäftigt. Ihm scheinen Corona-Einschränkungen nichts auszumachen. Er hat ja uns beide zum Spielen den ganzen Tag zu Hause.